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Jens Kiffmeier zu den Tierversuchen von VW mit Affen

Kommentar Jens Kiffmeier zu den Tierversuchen von VW mit Affen

Schon wieder VW: Millionenfach hat der Konzern Verbraucher mit dem Versprechen vom sauberen Diesel getäuscht. Den Managern war offenbar jedes Mittel recht. Sogar vor unsäglichen Tierversuchen schreckten sie nicht zurück: Zehn Affen ließen sie in einem Glaskasten Autoabgase einatmen – was an Skrupellosigkeit nicht zu überbieten ist.

Es ging nicht um die Erprobung eines lebensrettenden Medikaments, mit dem Tierversuche vielleicht in Ausnahmefällen moralisch gerechtfertigt werden können. Nein, es ging ums Geschäft. Der Test sollte beweisen, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung abgenommen hat.

Um eine objektive Studie handelte es sich nicht. Der Versuch war so aufgebaut, dass er die von VW gewünschten Ergebnisse zeigen sollte. Warum? Um im globalen Wettbewerb um Marktanteile mithalten zu können? Klar, an der Autoindustrie hängen tausende Jobs, aber es gibt auch für diese Konzerne Grenzen. Die wurden hier weit über das erträgliche Maß hinaus überschritten.

Bei VW verspricht man Aufklärung. Doch man glaubt den Wolfsburger nicht, was daran liegt, dass sie in einer wohlfeilen Entschuldigung von „Fehleinschätzung Einzelner“ sprechen. Der Betrug hatte System, wie viele Väter er hatte, wird jetzt wieder deutlich. Wenn der Konzern sein Image aufpolieren will, sollte er es statt mit Tierversuchen mal mit Ehrlichkeit versuchen. Nur dies zahlt sich beim Verbraucher am Ende aus.

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Ein Artikel von
Jens Kiffmeier
Wirtschaftsredaktion

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