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Meinungen Jürgen Küppers zum Buchhandel
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10:56 06.01.2019
Von Jürgen Küppers
Jürgen Küppers kommentiert das Ende der Kieler Buchhandlung Cordes. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Jetzt noch ein weiteres Traditionsgeschäft, das aus der Innenstadt verschwindet. Und dazu noch eins, dessen früherer Inhaber der Landeshauptstadt durch prominent besetzte Lesungen über Jahrzehnte hinweg kulturelle Impulse bescherte. So schade die Geschäftsaufgabe der Buchhandlung Cordes auch sein mag, ein Indiz für den unaufhaltsamen Niedergang der Buchbranche ist dieser Schlussstrich nicht. Internethandel, Hörbücher, E-Books oder Streaming-Dienste haben dem Kulturgut und seinen Händlern zwar mächtig zugesetzt, überleben können sie trotzdem noch. Allerdings nur mit deutlich mehr Anstrengungen als früher.

Manche Händler erschließen sich neue Kundenkreise, indem sie Fachbücher an Bibliotheken, Anwaltsbüros oder Schulen liefern. Andere erweitern ihre Läden zu Wohlfühloasen mit wohnlichen Schmöker-Ecken mit Keksen und Kaffee auf dem Tisch. Oder sie besinnen sich auf das, was sie am besten können (sollten): Kunden ein Glücksgefühl zu bescheren, weil ihnen gut geschulte Mitarbeiter ein Buch empfohlen haben, das sie mit Genuss und Gewinn verschlingen.

Dazu braucht man belesenes Personal mit viel Einfühlungsvermögen für Interessen und Bedürfnisse ihrer Kunden. So lange es das noch gibt, kommen die auch wieder, weil sie sich verstanden fühlen. Das schaffen Internetseiten nicht und die meisten Buch-Ketten ebenso wenig. Wer insbesondere den Kleinen der Branche das Überleben sichern will, muss ihre Mühen aber auch belohnen und dort ein Buch kaufen, statt es im Netz zu ordern.

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