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Meinungen Kämmerer-Wahl mit Nebengeräuschen
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18:19 25.11.2018
Von Kristian Blasel
Kristian Blasel leitet das Ressort Kiel bei den Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Wie schon bei der Wahl von Baudezernentin Doris Grondke im Frühjahr 2017 gibt es auch diesmal eine Konsensentscheidung. Die CDU sitzt zufrieden mit im Boot, womit eine große Ratsmehrheit gesichert ist. Der oft wiederholte Vorwurf, die Politik würde bei der Besetzung wichtiger Ämter aus parteitaktischen Gründen mauscheln, läuft zumindest bei den jüngsten Personalentscheidungen ins Leere. Zierau hat die Fraktionen fachlich überzeugt. So soll es sein.

Ist die Wahl eine persönliche Niederlage des OB?

Trotzdem gibt es parallel zur Wahl Nebengeräusche aus dem Rathaus, die andeuten, dass dort nicht nur eitel Sonnenschein herrscht. Sowohl in den Kooperationsfraktionen als auch in der Opposition interpretieren einige Ratsleute die Wahl von Zierau als persönliche Niederlage des Oberbürgermeisters. Wirklich belegen lässt sich das nicht: Ulf Kämpfer hat sich zwar zunächst für einen anderen Kandidaten stark gemacht. Der persönliche Auftritt von Christian Zierau habe am Ende aber auch ihn überzeugt, versichert der OB glaubhaft.

Sehnsucht nach einem Denkzettel ist groß

Das Getuschel im Rathaus zeigt jedoch, wie groß die Sehnsucht in Teilen der Ratsversammlung ist, dem mächtigen Verwaltungschef einmal einen Denkzettel zu verpassen. Vor allem von seiner schwungvollen Rückkehr aus der Sommerpause, als Kämpfer innerhalb weniger Tage zunächst freies Parken vor dem Falckensteiner Strand und dann auch noch zusätzliche Bademöglichkeiten in der Förde versprach, fühlten sich einige Ratsfrauen und -herren überrumpelt. Auch das Selbstbewusstsein des Oberbürgermeisters, das sich unter anderem in seinen mitunter redemächtigen Auftritten vor der Kooperation und in Ausschüssen zeigt, passt nicht allen. Und den Ruf zu haben, der stärkste rote Mann im Land zu sein, der Ministerpräsident Daniel Günther eines Tages gefährlich werden könnte, macht Kämpfer nicht bescheidener. Gerne wird in diesen Wochen daher die Geschichte von dem Verwaltungschef erzählt, der Gefahr läuft, die Bodenhaftung zu verlieren – nur laut erzählen möchte die Geschichte niemand. Schließlich wissen auch die kritischen Vertreter der Kooperation, dass am OB derzeit kein Weg vorbei führt.

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Die Liste der Probleme rund um den Nord-Ostsee-Kanal wird nicht kürzer. Die Entwicklung des Neubaus der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel zeigt deutlich, was in diesem Land alles falsch läuft.

Frank Behling 24.11.2018

Leider gibt es noch zu viele Fatalisten und zu viele Zweifler. Erderwärmung? Daran können wir eh nichts ändern. Die gab’s doch schon immer. Beide Argumente sind natürlich Unfug.

Karen Schwenke 24.11.2018

In der Sache hat Ministerpräsident Daniel Günther recht. Deutschland braucht eine geordnete Zuwanderung, weil die Gesellschaft vergreist, die Wirtschaft dringend Fachkräfte und das Sozialsystem neue Beitragzahler braucht.

Ulf B. Christen 23.11.2018