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Meinungen Klaus Kramer zum Streik am Nord-Ostsee-Kanal
Mehr Meinungen Klaus Kramer zum Streik am Nord-Ostsee-Kanal
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08:12 08.08.2013
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Die Rader Hochbrücke: für Lkw monatelang gesperrt. Die wichtigste Ausweichroute, der Rendsburger Kanaltunnel: wegen unendlicher Bauarbeiten ein Nadelöhr. Der Nord-Ostsee-Kanal: für Frachter und Kreuzfahrer komplett dicht, zum zweiten Mal in diesem Jahr.

Was die maroden Schleusentore nicht geschafft haben, das erledigen ein paar Streikende in Brunsbüttel. Reeder und Charterer, die gerade verlorenes Vertrauen in die Bedeutung der meist befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt zurückgewannen, lenken Hunderte Schiffe rund um Skagen. Viele von ihnen vielleicht für immer. Der wirtschaftliche Schaden für Unternehmen und die öffentlichen Haushalte ist noch nicht zu ermessen.

Hier nutzt eine Gewerkschaft die Notlage eines kurz vor dem Verkehrsinfarkt stehenden Landes schamlos aus. Verdi schlägt in Stücke, was verantwortungsvoll handelnde Tarifpartner in jahrelanger Kleinarbeit aufgebaut haben. Verkehrsminister Peter Ramsauer hat den Mitarbeitern im Zuge der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung eine Arbeitsplatzgarantie gegeben. Der Streik ist damit eine unangemessene Kraftmeierei auf dem Rücken Tausender Arbeitnehmer, deren Existenz von einem funktionsfähigen Kanal abhängt.

Zu all dem schweigt eine SPD-geführte Landesregierung, die sich sonst ihrer Nähe zu den Gewerkschaften rühmt. Es ist nicht zu fassen.

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