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Alev Dogan zur Fischereipolitik

Kommentar Alev Dogan zur Fischereipolitik

15.600 Tonnen Hering, 1200 Tonnen Dorsch dürfen Fischer laut Fischereiverband im laufenden Jahr in der westlichen Ostsee fangen. Zu viel? Zu wenig? Genau richtig? Für alle drei Bewertungen gibt es Vertreter – und genau das ist das Problem.

Geradezu reflexartig forderte der Fischerei-Verband staatliche Hilfen. Die Forderung an sich ist verständlich, es geht um nicht weniger als die Existenzsicherung betroffener Fischer. Überraschender war eher, dass die Politik auch sofort in den Hilferuf mit einstimmte. Selbstverständlich werde man sich um weitere Unterstützung für betroffene Fischer kümmern, hieß es. Das klingt fast nach einem Quoten-Hilfen-Perpetuum-Mobile.

 Ist es eigentlich utopisch zu hoffen, dass es nicht jedes Jahr neue Fangquoten und neue Hilfen gibt, sondern eine Fischerei, die ohne Subventionierungen auskommt? Bei der Fischer einfach fischen und nicht von Prämienzahlungen für „Stillliegetage“ abhängen? Nach Meinung der Wissenschaftler müsste man dafür die Bestände bloß zwei bis drei Jahre schonen.

 Dafür müssten die Politiker sich aber überlegen, was in dieser Zwischenzeit mit den Fischern passiert. Fortbildungen? Weiterschulungen? Förderprogramme? Das scheint zu viel der Mühe zu sein. Also besser kurzfristig eine halb-populäre Entscheidung treffen, statt eine langfristige Lösung zu suchen, für die man sich Gedanken um das große Ganze machen müsste.

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Fangquote für Heringe
Foto: Für Fischer im Norden bleibt die Lage schwierig.

2018 wird für die Fischer der westlichen Ostsee noch härter als das vergangene Jahr: Die EU-Fischereiminister haben am Dienstag die Ostsee-Fischfangquoten verkündet, nach denen deutsche Fischer im kommenden Jahr deutlich weniger Hering aus der westlichen Ostsee ziehen dürfen als noch 2017.

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