Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Anne Gramm gegen ein Fahrverbot
Mehr Meinungen Anne Gramm gegen ein Fahrverbot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:24 10.11.2017
Von Anne Gramm

Allerdings: Die harten Bandagen, mit denen die Deutsche Umwelthilfe für reine Luft in den Städten kämpft, treffen die Falschen. Gut gemeint, und das gestehen wir der DUH jetzt einfach mal zu, ist eben nicht unbedingt gut gemacht.

 Mag sein, dass die große Wut der Autofahrer, sollten sie denn mit ihren stinkenden Kisten aus der Stadt ausgesperrt werden, Politik und Automobilindustrie zum Einlenken bewegen würde. Aber die Erfahrung zeigt: Vom möglichen Fahrverbot bis zum Angebot eines sauberen, zugleich erschwinglichen Autos würde es Jahre dauern. Jahre, in denen sich der Arbeitnehmer und Kunde dann überlegen kann und wird, wie er den Weg ins Büro und zum Einkauf organisiert und ob sich dieser Weg für ihn eigentlich noch rechnet. Der öffentliche Nahverkehr hilft den Allermeisten, vor allem den Pendlern und den Schichtarbeitern, die von außerhalb kommen, nicht weiter.

 So ist das mit der reinen Lehre und mit der Wirklichkeit: Die beiden passen häufig leider nicht zusammen. Die Energiewende führt uns ja gerade vor Augen, wie eine gute, ja überlebenswichtige Idee durch schleppende Umsetzung teuer für den einzelnen Bürger wird. Dem ist es völlig egal, ob das, was er bezahlen muss, Steuer, Abgabe oder Beitrag heißt – er muss das Geld erst einmal erwirtschaften. Und die vielen am grünen Tisch ersonnenen Ideen summieren sich zu einer Last, die viele nicht mehr schultern können.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Diesel-Fahrverbot! In den Ohren vieler Autofahrer klingt das wie eine unheimliche Bedrohung. Wie eine komplette Unzumutbarkeit. Und schnell ist auch der Schuldige für dieses Drohszenario ausgemacht: die Deutsche Umwelthilfe.

Anne Steinmetz 10.11.2017

Natürlich wäre es schön, wenn nicht der Militärschiffbau mehr als 5000 Arbeitsplätze in der Region Kiel sichern würde, sondern die Produktion von Elektro-Autos, Waschmaschinen oder Frühstücks-Cerealien. Doch der U-Boot-Bau in Kiel als wirtschaftliches Schwergewicht ist Fakt.

Ulrich Metschies 09.11.2017

Das hatte sich der Innenminister anders vorgestellt. Hans-Joachim Grote wollte die Spitze der Polizei möglichst geräuschlos auswechseln.

Bodo Stade 08.11.2017