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Anne Holbach über Ritter Sport

Kommentar Anne Holbach über Ritter Sport

Bei Schokoladenvorlieben scheiden sich die Geister. Der eine isst nur Zartbitter, der andere greift ausschließlich zu Vollmilch. Entscheidend ist dabei meist eines: der Geschmack – nicht die Form.

Kiel. Bei Ritter Sport dürfte man das anders sehen, sonst würde der Hersteller seine „quadratisch, praktisch, gute“ Tafel nicht so hartnäckig verteidigen.

Dass die dreiseitige Prismenform der Toblerone sich stark von der üblichen Tafel unterscheidet, sieht man auf den ersten Blick. Logisch, dass das nachempfundene Bergpanorama aus Honig-Mandel-Schokolade plus Verpackung schon seit 1909 rechtlich geschützt ist. Um als dreidimensionale Marke schutzfähig zu sein, muss eine Ware in seiner Form von der Norm erheblich abweichen. Beim zartschmelzenden Quadrat ist das kein so klarer Fall. Zwar ist die klassische Schokoladentafel rechteckig und nicht quadratisch. Wer im Matheunterricht beim Thema Geometrie aufgepasst hat, weiß aber, dass das Quadrat nur ein Sonderfall des Rechtecks ist – da sind Zweifel der Konkurrenz über die Einzigartigkeit angebracht.

Absurd ist aber die Argumentation mit der „technischen Wirkung“, die ja nur darauf fußt, dass Clara Ritter vor 85 Jahren auffiel, wieviel besser eine quadratische Tafel in die Jackentasche passt. Mal ehrlich, wie oft haben Sie eine in ihrer Jacke dabei?

Der Kunde kann über den Streit nur schmunzeln und sich mit einem Stück Schokolade trösten. Egal, ob quadratisch, dreieckig oder rund. Hauptsache, es schmeckt.

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