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Anne Holbach zu Cannabis

Kommentar Anne Holbach zu Cannabis

Der Plan der Jamaika-Koalition, eine kontrollierte Freigabe von Cannabis zu testen, ist richtig. Denn der Haschisch-Konsum wird durch eine repressive Drogenpolitik nicht verhindert. Im Gegenteil: Nichts erhöht den Reiz mehr als ein Verbot.

Natürlich ist Kiffen nicht harmlos. Gerade bei Jugendlichen kann es sich negativ auf die Entwicklung des Gehirns auswirken. Für Erwachsene dagegen ist die Droge laut Studien unschädlicher als Alkohol oder Nikotin. Zu viel Schnaps und Bier zerstört die Leber, im Suff neigen Menschen zu Aggressivität und bauen Verkehrsunfälle. Rauchen erhöht das Risiko für Lungenkrebs und Herzinfarkt massiv. Trotzdem ist beides erlaubt, weswegen mündige Erwachsene auch das Recht haben sollten, Cannabis zu konsumieren, ohne in die kriminelle Ecke gedrängt zu werden.

 Wer sich heutzutage die Droge besorgen will, der findet relativ leicht einen Weg – nicht nur in Berlin, wo einem rund um den berüchtigten Görlitzerpark relativ offen Gras angeboten wird, sondern auch in Schleswig-Holstein. Die Dealer schert die Gesundheit ihrer Kunden allerdings wenig, ihnen geht es ums Geschäft. Da wird nicht immer reiner Stoff verkauft, sondern er wird zum Teil mit gefährlichen Substanzen gestreckt. Eine kontrollierte Abgabe soll weder kiffenden Jugendlichen das Leben erleichtern, noch eine zusätzliche Einladung zum Drogenkonsum sein. Der Verkauf über Apotheken oder spezielle Geschäfte soll Abhängige vor gepanschtem Stoff bewahren und ihre Gesundheit schützen.

 Ein Blick auf den US-Staat Colorado, wo Cannabis bereits kontrolliert angebaut und verkauft wird, verdeutlicht einen weiteren Vorteil für das Land. Die Legalisierung brachte Milliarden an Steuereinnahmen: Geld, das in Präventionsprojekte gesteckt werden kann.

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