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Anne Holbach zum Chef-Mangel

Kommentar Anne Holbach zum Chef-Mangel

Die meisten Firmenchefs denken nicht gerne ans Aufhören. Prominentes Beispiel ist Brillenkönig Günther Fielmann, der seinen Konzern leiten will, bis er 80 Jahre alt ist. Immerhin hat er einer Vielzahl anderer Chefs etwas voraus: Er hat sich vorbereitet – Sohn Marc steht schon parat, um den Staffelstab zu übernehmen.

Bei fast der Hälfte aller Unternehmer in Deutschland ist das anders, sie regeln ihre Nachfolge viel zu spät. Das ist nicht nur kurzsichtig, sondern auch gefährlich.

 Sicher, die Übergabe des eigenen Unternehmens ist ein emotionales Thema. Jahrelang hat man sich etwas aufgebaut, saß im Chefsessel und wusste stets am besten, was für den Betrieb das Richtige ist. Da ist es schwer, loszulassen. Niemand macht sich schon mit Mitte 50 gerne Gedanken darüber, dass er vielleicht bald nicht mehr die Zügel in der Hand halten kann. Und im alltäglichen Firmengeschäft gibt es auch genug anderes zu tun. Verdrängen darf aber nicht die Lösung sein. Planen oder Pleite – so kurz und schmerzvoll lassen sich die Folgen zusammenfassen.

 Unternehmer müssen handeln und dürfen den Zeitaufwand, einen Nachfolger zu finden, keinesfalls unterschätzen. Sonst gefährden sie nicht nur ihr Lebenswerk und die Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten, sondern greifen die Wirtschaftskraft des Landes an. Der Mittelstand ist eine tragende Säule der schleswig-holsteinischen Wirtschaft. Brechen viele Betriebe weg, wäre das fatal.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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