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Meinungen Anne Holbach zum Heringsproblem
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08:00 24.07.2018
Von Anne Holbach
Anne Holbach Quelle: Ulf Dahl
Kiel

 Denn was nützt es den Fischern, wenn sie zwar raus dürfen, aber nichts mehr in ihre Netze schwimmt? Ein temporärer Fang-stopp, wie ihn der Rat für Meeresforschung empfiehlt, klingt da erst mal logisch. Er soll dem Bestand Zeit geben, sich zu erholen. Und doch braucht es weiter reichende Maßnahmen, um die Heringe zu retten.

Die Wissenschaftler geben selbst zu, dass es nicht primär die Fischer sind, die die Tiere bedrohen. Vielmehr sind es Folgen des Klimawandels wie zu hohe Wassertemperaturen, die dem Nachwuchs das Überleben erschweren. Zwar ist die Fangmenge die einzige Stellschraube, an der sich akut etwas drehen lässt. Sie auf null zu setzen, ist aber zu radikal. Vielmehr sollte realistisch überlegt werden, um wie viel der Fang reduziert werden muss, damit sich der Bestand regeneriert und die Fischer überleben können.

Schließlich gehört der Heringsfang zum kulturellen Erbe der Ostseeregion, der Fisch in Salz war einst das wichtigste Handelsgut der Hanse. Noch heute liegt Hering bundesweit beim Fischverzehr auf Platz drei. Für viele der wenigen verbliebenen Fischer würde eine einjährige Heringspause das Aus bedeuten. Sie verlören nicht nur Erlöse, sondern auch ihren Kundenstamm. Am Ende wären dann zwar wieder mehr Heringe in der See, aber keine Fischer mehr übrig.

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