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Anne Holbach zur HSH Nordbank

Kommentar Anne Holbach zur HSH Nordbank

Die HSH Nordbank dürfte mehr als dreimal so viel wert sein, wie die potenziellen Käufer für sie zahlen wollen. Diese Erkenntnis, die der gestern bekanntgewordene KPMG-Bericht bringt, klingt erst mal bitter. Zugleich verdeutlicht die Bewertung aber, dass die Bank sich wieder berappelt hat.

Und das kann nur positiv sein für den anstehenden Verkauf. Zumal bis zum Stichtag noch zehn Wochen Zeit bleiben, in denen sich am Preis noch etwas tun kann.

 Der gesunde Teil der Bank hat sich in eine gute Richtung entwickelt. Gleichzeitig ist es gelungen, das Volumen der faulen Schiffskredite weiter einzudampfen. Greift ein Bieter nun zu und nimmt das Kombi-Paket aus Good und Bad Bank, dürfte die Erleichterung in Hamburg und Schleswig-Holstein groß sein. Ganz gleich, ob dabei 200 Millionen Euro oder mehr über den Tresen gehen. Zwar freut sich Finanzministerin Heinold sicher über jeden zusätzlichen Cent, weil das Land noch jahrelang Kredite für die HSH-Rettung abbezahlen muss. Dennoch ist es die falsche Zeit um zu feilschen. Bei Verlusten, die ohnehin in Milliardenhöhe liegen, ist weniger der Preis entscheidend als dass der Verkauf überhaupt gelingt. Und dafür scheinen die Zeichen derzeit gut zu stehen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt alles zügig bis zur Februarfrist über die Bühne geht und der Deal so vernünftig ausgearbeitet wird, dass sich die EU am Ende nicht dagegen sträubt. Scheitert der Verkauf, dürften die Länder und Mitarbeiter bei einer Abwicklung deutlich schlechter dastehen als bei einem Verkauf unter Wert.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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