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Anne Steinmetz zur Kiellinie

Kommentar Anne Steinmetz zur Kiellinie

Kiel will für die Zukunft mehr: Ein Kongresszentrum, ein neues Stadion und zahllose Hotels sollen die Landeshauptstadt attraktiver machen. Gerade für Touristen. Aber die Gegenwart sieht so aus: Seit zwei Jahren stehen Absperrgitter an der Kiellinie. Und das wird auch noch ein paar Jahre so bleiben.

Die Promenade direkt an der Förde ist eigentlich Kiels Aushängeschild. Hier schlendern die Besucher entlang, die es genießen, mitten in der Innenstadt am Wasser entlang gehen zu können. Hier treffen sich Kieler im Sommer, um ein Feierabendbier mit Blick Richtung Ostsee zu trinken. Und hier machen egal bei welchem Wetter viele Kieler jeden Tag Sport. Doch ausgerechnet hier versperren Gitter den Weg. Jogger müssen ausweichen, wenn Kinderwagen ihnen entgegenkommen, Besucher müssen durch die Gitterstäbe auf die Förde gucken.

 Dass die Sanierung der Spundwand ein Kraftakt ist, steht außer Frage. Die Kassen sind klamm, und neun Millionen Euro sind kein Pappenstiel. Aber hier geht es eben nicht um Schlaglöcher in Nebenstraßen, sondern um ein Instandsetzung in bester Lage. Eine Stadt mit dem Anspruch von Kiel kann es sich nicht leisten, so ein Problem permanent zu vertagen. Es wirkt geradezu absurd, sich um Fördermittel zu bemühen, die touristische Bedeutung der Kiellinie herauszustreichen und gleichzeitig vier Jahre lang das Unkraut wachsen zu lassen – peinliche Baustellenatmosphäre als Kieler Willkommensgruß.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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