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Bastian Modrow zum Türkischunterricht

Kommentar Bastian Modrow zum Türkischunterricht

Schluss mit dem bildungspolitischen Hin und Her! Der türkischsprachige Konsulatsunterricht in Schleswig-Holstein gehört ganz einfach abgeschafft. Das sprach- und heimatkundliche Angebot ist nicht nur antiquiert. Es birgt auch immense Gefahren politischer Beeinflussung durch die türkische Regierung und konterkariert alle Versuche, junge Menschen zu integrieren.

Gespräche mit den Verantwortlichen im zuständigen Generalkonsulat führen zu wollen, ist von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sicher gut gemeint. Das Kernproblem ist damit aber ebenso wenig vom Tisch wie mit dem bloßen Studieren der Lehrpläne: Es ist schlichtweg inakzeptabel, dass Kinder an schleswig-holsteinischen Schulen türkischen Unterricht erhalten, ohne dass das Bildungsministerium konkrete Kenntnisse hat, welche Inhalte dort vermittelt werden. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen in anderen Bundesländern bekanntgewordene Fälle über nationalistische Unterrichtsinhalte. Der stetig schärfere Kurs, den der türkische Staatspräsident eingeschlagen hat, zwingt die Landesregierung dazu, die bildungspolitische Notbremse zu ziehen.

Der Türkisch-Unterricht für Schüler sollte allerdings nicht komplett abgeschafft, sondern neu strukturiert werden. Die Dienst-, Fach- und Rechtsaufsicht muss aber beim Bildungsministerium liegen. Das Konsulat kann unterstützend bei der Konzeptionierung eines Angebots mitwirken, das künftig allen Schülern offenstehen sollte – türkischen genauso wie deutschen.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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