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Meinungen Bodo Stade zum Verhalten der Kieler Polizei
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21:47 29.02.2016
Von Bodo Stade

Eines vorweg: Die Polizeibeamten, die in Kiel tagtäglich im Einsatz sind, Überstunden ohne Ende anhäufen und im Zweifelsfall ihren Kopf hinhalten, verdienen unseren Respekt und unser Vertrauen. Daran ändert auch der Einsatz im Sophienhof nichts, der – schon wieder – diese eine Frage aufwirft: Was ist los mit unserer Polizei?

 Stellen wir sie deshalb anders: Was ist los mit ihrer Führung? Die Art und Weise, wie sie in den vergangenen Wochen agiert und reagiert hat, wirkte zwar sehr oft sehr markig. Wirklich souverän war sie nicht, weil sie jede Fehlerkultur vermissen ließ. Der Kieler Flüchtlingserlass, der vom Generalstaatsanwalt ohne Wenn und Aber verworfen worden war – er wurde kleingeredet. Die Versäumnisse, über die bei den beiden Missbrauchsfällen in Kiel-Gaarden geredet werden muss – dafür sollten allein die anderen Behörden verantwortlich gewesen sein. Und nun eine dramatische Fehlleistung: Ohne gesicherte Erkenntnisse zu haben, wurde ganz offiziell ein Horrorszenario verbreitet, nach dem bis zu 30 Personen mit Migrationshintergrund mitten in Kiel junge Mädchen verfolgten.

 Der Schaden ist riesig. Bundesweit hat dieser Polizeibericht Schlagzeilen gemacht. Er löste bei den einen Empörung aus und bei den anderen Angst. Warum die Polizei die Geschichte derart leichtfertig in die Welt setzte, bleibt ihr Geheimnis. Klar ist: Allein auf das Konto eines Pressesprechers dürfte das nicht gehen. Die Kieler Polizeiführung ist dabei, das letzte Vertrauen zu verspielen.

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„Niemand hat die Absicht, das Bargeld abzuschaffen.“ Wer in Berlin oder Brüssel nachhakt, ob das geplante Aus für den 500-Euro-Schein oder eine Obergrenze für Barzahlungen nicht Teil einer Anti-Bargeld-Verschwörung seien, der hört Aussagen, die an den Satz erinnern, mit dem Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 den geplanten Mauerbau leugnete. Ein schräger Vergleich, gewiss.

Ulrich Metschies 29.02.2016

Joseph Haydn? „Wie miserabel sind wir gegen sowas!“, titelt das Programmbuch des SHMF mit den imposanten Worten „unserer“ norddeutschen Komponistengröße Johannes Brahms. Haydn, der erfindungsreiche Wiener Klassiker, Ende des 18. Jahrhunderts herausfordernder Lehrmeister für Mozart und Beethoven, bietet ein enorm weites Spektrum, reizt Genießer und Anspruchshörer gleichermaßen.

Dr. Christian Strehk 26.02.2016

Ach, wie einfach war es noch vor ein paar Monaten. Mit vollem Herzen haben viele Menschen nicht nur hier in Kiel „Ihr seid willkommen“ gesagt zu den Tausenden Flüchtlingen, die Schutz suchen in unserem Land. Sie investieren Zeit und hören zu, sie helfen bei Behördengängen und bringen den Menschen die deutsche Sprache bei. Sie sind willkommen hier – ein gutes Gefühl.

Susanne Färber 26.02.2016
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