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Christian Hiersemenzel zu Fachkräften

Kommentar Christian Hiersemenzel zu Fachkräften

Völlig klar: Politisch ist die Verlagerung beruflicher Bildung in Richtung Wirtschaft fragwürdig.

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Christian Hiersemenzel.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Dass die neue Jamaika-Regierung das künftige Landes-Institut SHIBB nicht unter dem Dach des Bildungsministeriums hochzieht, verursacht allen Bauchgrimmen, denen eine freie Allgemeinbildung am Herzen liegt. Dieser komplexe Kanon an Inhalten ist nirgends besser aufgehoben als dort, wo auch die übrigen Fäden zusammenlaufen: im Fachressort Bildung. Und es liegt auf der Hand, dass sich Inhalte in einem Umfeld abschleifen, auf das Arbeitgeber potenziell größeren Einfluss haben. Dabei war es seit jeher Anspruch von Bildung, zunächst keinen direkten Nutzen haben zu müssen, weil dies erst zu freiem Denken anregt.

Pragmatisch gedacht, spricht allerdings auch einiges für die Einbettung in den Bereich Ökonomie. Wenn junge Leute auf der Schwelle zum Berufsleben stehen, sollte der Informationsaustausch zwischen Schulen und Ausbildungsbetrieben so lebendig wie möglich gestaltet werden. Im Kfz-Gewerbe ist das schon jetzt der Fall: Dort organisiert der Fachverband für Ausbilder ganztägige Fortbildungen, und die Teilnehmerzahlen sind erfreulich hoch. Nur: Wenn das doch schon jetzt gut funktioniert, stellt sich die Frage nach dem Sinn einer Verlagerung.

Am Ende bleibt dann wohl nur dieser Erklärungsansatz: Im Wirtschaftsministerium versteht man sich auf Projektmanagement und effiziente Organisation einfach besser. Vielleicht auch auf berufliche Bildung? Es kommt auf einen Versuch an.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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