-1 ° / -5 ° Schneeschauer

Navigation:
Christian Hiersemenzel zum Fehmarnbelttunnel

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Fehmarnbelttunnel

Politisch ist die Entscheidung längst gefallen, und man sollte sich keiner Illusion hingeben, dass Gerichte das Projekt noch stoppen könnten oder sich die Landesregierung von einer E-Mail-Flut beeindrucken ließe.

Grundlage für den Bau des Fehmarnbelttunnels ist ein Staatsvertrag zwischen Kopenhagen und Berlin, nicht Kiel. Schleswig-Holstein hat nur wenig mitzureden. Das ist sogar den Grünen klar, die zwar in Ostholstein noch den Protest mitorganisieren, im Landesverband aber die Schlacht für geschlagen halten. Vielleicht erklärt das die zornige Rhetorik der aktuellen Mails an den Ministerpräsidenten. Manches wirkt allerdings eingeübt, einiges ist sogar unfreiwillig komisch – wenn zum Beispiel ein offenkundig ortsunkundiger Wutbürger vor den Umweltfolgen warnt, die der Bau eines Tunnels zwischen Fehmarn und Lolland für das Wattenmeer habe.

 Die Verwaltung arbeitet derzeit routiniert die vielen Details und Änderungen im Planfeststellungsverfahren ab. Eine Beteiligung hat im Sommer stattgefunden, und auch hier sei den Protestlern wieder zugerufen, dass es nicht mehr darum gehen konnte, das Projekt grundsätzlich in Frage zu stellen, sondern allenfalls (für Anlieger wichtig genug!) darum, die Bahntrasse zu verlegen. Das Einzige, worauf die Tunnelgegner jetzt noch hoffen können, ist ein ökonomischer Reflex: Sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass das Projekt auch nach Jahren nicht refinanziert werden kann, würde Dänemark vor dem Bau zurückschrecken.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Mehr aus Meinungen 2/3