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Meinungen Christian Hiersemenzel zum Schreddern
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20:48 07.06.2018
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert das Schreddern verpackter Lebensmittel.  Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Jeder vernünftige Verbraucher, der in seinem Kühlschrank den Überblick verloren hat und beim Blick ins Gemüsefach feststellt, dass die Gurke verschimmelt ist, nimmt sie aus der Plastikfolie heraus und verfrachtet sie in den Biomüll. Zu dieser Trennung ist er streng genommen sogar verpflichtet. Ganz anders die Industrie, die abgelaufene Waren entsorgen muss. Für sie wäre der manuelle Vorgang des Auspackens viel zu teuer – Schreddern geht schneller und ist ungleich billiger. Der Gesetzgeber unterstützt das sogar, weil er den Abfall als ausgepackt bewertet, sobald er geschreddert ist. Die eingeschweißte Gurke gilt als Gewerbeabfall. Wer denkt sich das bloß aus? Und da wundern wir uns noch ernsthaft über Plastikmüll in der Antarktis?

Hoffentlich stößt Umweltminister Robert Habeck heute bei seinen Kollegen in Bremen auf möglichst breite Unterstützung. Ja, in der Lebensmittelindustrie sind die Gewinnmargen klein, der Markt ist hart umkämpft und es kommt auf jeden Cent an. Aber ebenso klar ist, dass beim Filtervorgang geschredderter Lebensmittel nicht sämtliche Plastikpartikel abgefischt werden können. Das ist nicht nur eklig, sondern unverantwortlich.

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