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Meinungen Christian Hiersemenzel zum Strafvollzug
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07:00 25.11.2015
Von Christian Hiersemenzel

Genau dieses Dilemma deutet sich gerade in der Diskussion über Gefängnisstrukturen an. Seit Monaten verhandeln die Behörden von Schleswig-Holstein und Hamburg über eine Kooperation, und zumindest Justizsenator Till Steffen verkündet an der Alster schon sehr offensiv, dass ihm eine Kooperation mit dem nördlichen Nachbarn im Jugendvollzug mehr als gelegen käme. Seine Kieler Kollegin Spoorendonk dagegen hält sich bedeckt. Warum bloß?

Eine dauerhafte Lösung sollte parteiübergreifend Zustimmung finden, damit sie unabhängig von wechselnden Mehrheiten über Regierungswechsel hinaus Bestand hat. Deshalb wäre eine frühzeitige Diskussion im Landeshaus wichtig. Noch gibt es viele Ungereimtheiten. Wenn es doch gerade Jugendliche und Frauen mit Kindern sind, die nachweislich am ehesten resozialisiert werden können, sofern vor Ort familiäre Bindungen vorhanden sind, erscheint eine Umverlegung dieser Häftlingsgruppen unverantwortlich. Nun ist Hamburg nicht Honolulu und die Fahrt nach Schleswig und Lübeck keine Weltreise. Für verlässliche Kontakte aber dauert sie zu lang. Betriebswirtschaft allein greift in der Diskussion um Gefängnisstandorte zu kurz.

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Dass bei der Landeshauptstadt viele Bedienstete am Limit arbeiten, verwundert nicht. Wer den landesweit höchsten Krankenstand aufweist, muss als Verwaltung zwangsläufig damit rechnen, dass die noch gesunden Mitarbeiter, die immer größere Stapel auf ihren Schreibtischen vorfinden, in Arbeit ersticken.

Martina Drexler 24.11.2015

Die Zahlen sind schockierend: Jede vierte Frau hat schon einmal häusliche Gewalt erlebt, 45000 Frauen fliehen jährlich in Deutschland mit ihren Kindern in Frauenhäuser. Die Tendenz ist steigend. Wenn Männer ihre Frauen verprügeln, wenn Väter ihre Töchter vergewaltigen, ist das alles andere als Privatsache. Dann muss die Gesellschaft eingreifen und helfen.

Kristiane Backheuer 23.11.2015

Die Landesregierung steckt in der Zwickmühle. Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise wird mehr und mehr Polizei benötigt. Es sind Beamte, die an anderer Stelle fehlen. Was im Bereich der Prävention vielleicht noch zu verschmerzen ist, hat im Fall der Begleitung von Schwerlasttransporten massive Folgen – und zwar für die Wirtschaft.

Bastian Modrow 23.11.2015