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Christian Hiersemenzel zur Grünen-Spitze

Kommentar Christian Hiersemenzel zur Grünen-Spitze

Flügelkämpfe spielen bei den Nord-Grünen schon seit Jahren so gut wie keine Rolle. Vom Disput, den die Bundespartei im Augenblick heftiger denn je um den Begriff Heimat führt, spürt man im Landesverband nichts.

Schleswig-Holstein ist seit Jahren fest in der Hand der grünen Realos, wobei man hier allein schon dieses Wort als unpassend empfindet. In den vergangenen Jahren kämpften die Grünen an der Seite von SPD und SSW für Energiewende, Klimawandel und eine humane Flüchtlingspolitik. Jetzt setzt man genau diesen Kurs an der Seite von CDU und FDP weiter fort, als wäre nichts geschehen. Kein Wunder: Anders als die arg gerupfte SPD mussten die Nord-Grünen bei den vergangenen Wahlen kaum Stimmverluste verkraften.

 Am politischen Kurs dürfte sich auch nach dem Generationswechsel an der Spitze nur wenig ändern. Das liegt daran, dass mit Robert Habeck und Monika Heinold zwei Politiker in Regierungsverantwortung sind, die den Blick auf das Machbare richten, ohne die eigenen Inhalte zu verraten. Verändern indes könnte sich der Stil. Mit Steffen Regis wurde ein junger Mann neuer Landeschef, der sein Amt kämpferisch auch als Korrektiv zur aktuellen Landesregierung versteht. Regis kommt aus der Habeck-Schule. Dass er mitreißend reden kann, dürfte der Partei gut tun. Ann-Kathrin Tranziska gilt als gute Organisatorin und als eine Frau, die das deutliche Wort schätzt. Diese Kombination könnte den Grünen spätestens dann gut tun, wenn es in der Jamaika-Koalition eines Tages nicht mehr ganz so kuschelig zugeht wie in den Anfangstagen.

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Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Parteitag in Neumünster
Foto: Ann-Kathrin Tranziska und Steffen Regis stehen auf dem Landesparteitag der Grünen nach ihrer Wahl zu Landesvorsitzenden auf dem Podium.

Die Grünen in Schleswig-Holstein haben eine neue Doppelspitze. Ein Parteitag wählte die Pinneberger Kreisgeschäftsführerin Ann-Kathrin Tranziska und den Kieler Steffen Regis, bisher persönlicher Referent von Umweltminister Robert Habeck, zu den neuen Landesvorsitzenden.

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