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Meinungen Christian Longardt zum Mordfall Susanna
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21:58 08.06.2018
Von Christian Longardt
Christian Longardt kommentiert.  Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Noch ohne verlässliche Sachinformation melden sich umgehend die Vereinfacher von rechts, beklagen lauthals eine verantwortungslose Asylpolitik und geben Angela Merkel eine Mitschuld am tragischen Geschehen; die Vereinfacher von links weisen ebenso energisch jeden Gedanken, die kriminelle Tat könne auch mit der Herkunft des Verdächtigen zu tun haben, mit Abscheu zurück und behaupten, schon die Debatte darüber spiele der AfD in die Hände.

Wichtig wären jetzt Politiker mit dem Gespür dafür, dass ein solcher Fall weite Teile der Bevölkerung fassungslos und wütend macht. Eine achtköpfige Familie, die erst Asyl beantragt, gegen eine Abschiebung Rechtsmittel einlegt und sich dann trotz falscher Namen und mitsamt einem mutmaßlichen Mörder aus dem Staub machen kann – selbst wenn Behörden all das erklären können, bleibt der Vorgang unfassbar und fügt sich ein in die Kette von Mängeln und Fehlleistungen, die in den vergangenen Wochen aus dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bekannt geworden sind. Stück für Stück entsteht das Bild eines überforderten Staates, der die Dinge nicht im Griff hat.

Wer trotzdem so tut, als sei mit der Flüchtlingspolitik im Grunde doch alles im Lot, wer die Aufklärung des Bamf-Skandals in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss verweigert, nur um der AfD keine Bühne zu bieten, der handelt fahrlässig.

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