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Christian Trutschel zum Impfen

Kommentar Christian Trutschel zum Impfen

Impfen ist und bleibt ein schwieriges Thema und jede Diskussion darüber ein Minenfeld. „Ein kleiner Pieks kann Leben retten.“ Das stimmt. Ein kleiner Pieks kann aber auch Leben beschädigen. Oder gar nichts bewirken. Man kann nur jedem raten, sich selbst ernstzunehmen und eine Entscheidung so mündig wie möglich zu treffen – auch für oder gegen eine Grippeschutzimpfung.

Jede Grippesaison koste über zehntausend Menschen das Leben: Jahrelang wurde diese Angst schürende, zu Recht angezweifelte und Vertrauen demolierende Behauptung kolportiert. Genaue Zahlen nennt das Robert-Koch-Institut (RKI), dem die deutschen Gesundheitsämter alle Influenza-Fälle übermitteln. Aber sie geben Rätsel auf. So teilte das RKI Ende März 2017 mit, dass Grippeviren im Winter 2016/17 bei 109866 nachweislich an Grippe Erkrankten 629 Todesfälle verursacht hätten. Doch der aktuell im Netz stehende Bericht nennt 723 Todesfälle und bemerkt, dass die Gesundheitsämter entscheiden, ob ein Todesfall als an oder in Folge einer Influenza verstorben übermittelt wird. 681 der 723 Toten seien 60 Jahre und älter, 450 seien 80 und älter.

 Vor grippalen Infekten, die ebenfalls tödlich enden können und viel häufiger auftreten als die echte Grippe, schützt die Grippeimpfung nicht. Deshalb sollte man ein Argument von Dr. Angela Wencke vom Kieler Gesundheitsamt gut für sich persönlich gewichten: Nach einer überstandenen Virusinfektion strecke das Immunsystem über Wochen die Waffen.

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