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Florian Hanauer zu Cannabis

Kommentar Florian Hanauer zu Cannabis

Die Liberalisierung von Cannabis scheint auf dem Vormarsch zu sein. Zumindest an einigen Orten auf der Welt, etwa in einzelnen US-Bundesstaaten wie Colorado und Kalifornien, peripheren Ländern wie Uruguay oder kleinen Teilen Deutschlands, wie Bremen.

Es scheint modern geworden zu sein, die Cannabis-Freigabe zu fordern und verharmlosend vom „Entkriminalisieren“ zu sprechen. Durchgesetzt hat sich diese Überzeugung aber keineswegs. Dafür gibt es zu viele Gegenargumente und am Ende steht noch das Bundesamt für Arzneimittel vor einer Freigabe.

 Die psychische Abhängigkeit von regelmäßigem Cannabis-Konsum sollte nicht unterschätzt werden. Die harmlose „Tüte“, an die einige denken, ist längst wenig harmlos, weil sich der THC-Gehalt, also der Anteil der berauschenden Substanz, über die Jahre erhöht hat. Auch wenn strenge Altersgrenzen für den Verkauf gelten: Eine Droge, die für Erwachsene legal ist, wird auch für Minderjährige noch attraktiver gemacht. Bemerkenswert ist, dass es in der Jamaika-Koalition gar keine Gegner der Liberalisierung zu geben scheint. Gewiss, FDP und Grüne stehen politisch dahinter – aber wie ehrlich ist der Kurs der CDU, die sich dem Thema gegenüber freundlich bis aufgeschlossen zeigt?

 Wer partout Cannabis zu sich nehmen möchte, kann es heute schon. Aber es sollte doch bitte nicht noch einfacher gemacht werden. Natürlich gibt es Fälle, in denen eine Legalisierung sinnvoll ist, etwa für Menschen mit schweren Krankheiten. Doch wer eine allgemeine Freigabe fordert, sollte sich fragen, ob er die Risiken bedacht hat und nicht schlicht einer Schein-Modernität das Wort redet.

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