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Florian Hanauer zu Falschmeldungen

Kommentar Florian Hanauer zu Falschmeldungen

Nur zu schnell ist am Smartphone oder am Rechner eine Nachricht in die Welt gesetzt, mit einem Post in sozialen Netzwerken, der leicht geteilt und verbreitet werden kann. Das lockt auch Menschen an, die vorgeben, mehr zu wissen, um sich interessant zu machen.

Man denke nur an den Polizeieinsatz beim Amoklauf in München, wo Falschnachrichten in einer extrem gefährlichen Situation erhebliche Kräfte banden.

 Dass auch kleinere Einsätze, etwa eine Fahndung in Pronstorf, mitten in Schleswig-Holstein, ernsthaft behindert werden können, zeigt der aktuelle Fall. Die Grenzen zwischen der realen Welt und der virtuellen Welt, in der oft viel getippt und wenig nachgedacht wird, verwischen.Vielleicht gerade, weil Falschnachrichten in sozialen Netzwerken noch ein relativ junges Phänomen sind, kommt ihnen hohe Aufmerksamkeit zu – und das macht sie noch problematischer. Natürlich muss man zwischen gezielten, oft raffinierten Desinformationskampagnen und schlichtem digitalen Geplapper unterscheiden.

 Doch auch die Folgen des Geplappers können gravierend sein. Bei der tatsächlichen Höhe des Schadens in Pronstorf muss man der Polizei vertrauen. Der Verursacher hat den Bescheid jedenfalls nicht angefochten, sondern gezahlt. Es scheint, als sei er glimpflich davongekommen. Man kann den Fall als Mahnung verstehen: Nicht vor sozialen Netzwerken oder dem Posten von Nachrichten, wohl aber davor, arglos auf unbekannte und ungeprüfte Quellen zu vertrauen.

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