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Florian Hanauer zum Kassenservice

Kommentar Florian Hanauer zum Kassenservice

Geduldig stehen wir in der Schlange, um auf dem Fließband unsere Einkäufe auszubreiten: Die billige, oder auch die teure Milch, das Bio-Fleisch oder die Packung aus der Massentierhaltung. Alles kommt aufs Band, alle schauen zu. Nein, es mag kaum einen weniger privaten Ort im täglichen Leben geben als die Supermarktkasse.

Kein Wunder, dass es vielen nicht behagen mag, dort auch noch ihren „Bargeldbedarf“ kundzutun, wie es der Sparkassenverband vermutet. Eigentlich gehören Bankgeschäfte in die Filiale oder an den heimischen PC. Auch wenn es Marketingexperten in den Fingern jucken muss, die Zahl der Zusatzleistungen, die sich an der Kasse im Supermarkt verkaufen lässt, ist begrenzt – mangelnde Diskretion.

 Dabei waren Kassen bislang nicht gerade Orte der Innovation: Kartenzahlung setzt sich hierzulande nur langsam durch, mit dem Smartphone lässt sich fast nie bezahlen, aber mit Bargeld kann man sich an der Kasse versorgen. Die Idee ist an sich nicht schlecht, Einkäufe aufzuwerten, indem weitere Dienste angeboten werden, und man darf gespannt sein, mit welchen Innovationen der Handel die Verbraucher noch beglücken wird. Aber diese werden schnell erkennen, ob Service oder Verkauf dahinter steckt. Manchmal wird es das Beste sein, schnell zu bezahlen und das Weite zu suchen.

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