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Florian Sötje zur Bahn

Kommentar Florian Sötje zur Bahn

„Alle reden vom Wetter – wir nicht.“ Dieser Bahnslogan aus dem Jahr 1966 wirkt heute überholter als je zuvor. Im Oktober legten zwei Herbststürme den Schienenverkehr im Norden zeitweise lahm. Doch die Bahn kämpft nicht nur mit Naturereignissen, sondern auch mit einem umfangreichen Sanierungsstau.

Eine baldige Besserung ist nicht in Sicht. Schließlich bestehen beide Probleme seit längerer Zeit.

 Ob Orkan „Xaver“ oder „Niklas“ – die Natur beutelte die Bahn in der Vergangenheit mehrfach. Über die Jahre hat sie diese Anfälligkeit trotz Kritik nicht verloren. Gleiches gilt für den Sanierungsstau. Baustellen können besser geplant werden. Doch sie werden weiterhin für Verzögerungen sorgen. Die Bahn muss bei den weichen Faktoren wie Service und Kommunikation ansetzen. Die Fahrgäste wollen wissen, wie es bei Zwischenfällen weitergeht – und das möglichst schnell, am besten digital über ihr Smartphone. Auch die internen Absprachen haben Luft nach oben. Der Sturm „Xavier“ war in Kiel kaum zu spüren. Dennoch veranlasste die Bahn die Einstellung des gesamten Zugverkehrs in Norddeutschland. Die politische Aufgabe ist es, diese Faktoren bei künftigen Ausschreibungen stärker zu gewichten und nicht allein den Fokus auf die Anzahl an Wagen und die Taktung des Fahrplans zu legen. Und gleichzeitig sollte man die Strafen für unpünktliche Züge erhöhen. Denn der Griff ins Portemonnaie tut immer weh.

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