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Meinungen Frank Behling zu Traditionsschiffen
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07:00 15.10.2016
Von Frank Behling
Kiel

Anders als in vielen EU-Ländern sind diese Schiffe in Deutschland im Besitz von Vereinen. Sie finanzieren den Unterhalt der Schiffe durch den Einsatz des Ehrenamts und den Verkauf von Fahrkarten. Das ist auch der Grund, weshalb es hierzulande nur ganz wenige große Museumsschiffe gibt. Sie sind hier kaum finanzierbar. Finanzierbar ist auch das nicht, was die neue Sicherheitsrichtlinie des Verkehrsministeriums jetzt fordert. Ein Umbau der Schiffe würde Millionen kosten.

 Der Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums spiegelt aber auch den Zeitgeist in Deutschland wider. Passiert ein Unglück, muss fast immer ein Schuldiger her. Schnell werden Politik und Behörden verantwortlich gemacht. Die Frage der Eigenverantwortung und des allgemeinen Lebensrisikos sind dagegen im Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung nicht mehr existent. Was würde wohl passieren, wenn ein Traditionssegler mit Schulkindern am Kieler Leuchtturm kentert? Viele würden sicher die Verantwortung nach Berlin ans Ministerium schieben.

 Vor diesem Hintergrund ist es nur zu gut verständlich, dass sich das für die Sicherheit auf See zuständige Ministerium durch strenge Richtlinien absichern will. Notfalls wird eben die Traditionspflege geopfert.

Kommentare
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Natürlich haben wir als Verbraucher selbst schuld, wenn wir einerseits die Massentierhaltung anprangern, andererseits aber im Discounter nach Billig-Rinderhack greifen. Und natürlich sind unsere Landwirte gezwungen, dem Preisdruck nachzugeben und möglichst kostengünstig Milch, Eier und Fleisch zu produzieren.

Christian Hiersemenzel 14.10.2016

Das kann doch nicht wahr sein – so ähnlich reagierte wohl jeder, der am Donnerstagmorgen die Nachricht vom Suizid des Dschaber al-Bakr hörte. Einfach unglaublich: Kaum sitzt der meistgesuchte Mann des Landes hinter Gittern, gelingt es dem Syrer, sich selbst zu töten.

Christian Longardt 13.10.2016

So, nun ist es also doch passiert. Ist es jetzt eine Art Kulturrevolution, dass Bob Dylan diesmal den Literaturnobelpreis kriegt, für den er seit 20 Jahren immer mal wieder gehandelt worden war? Darf denn ein schnöder Singer-Songwriter überhaupt rein in den Weihetempel der Hochliteratur?

Thomas Bunjes 13.10.2016