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Frank Behling zum LNG-Terminal

Kommentar Frank Behling zum LNG-Terminal

Die drei Buchstaben LNG stehen für Liquefied Natural Gas. Das auf 162 Grad heruntergekühlte und so verflüssigte Erdgas ist der Hoffnungsträger für die saubere Schifffahrt. Dort soll LNG den Marinediesel ablösen. In den Häfen kann so der Ausstoß von Stickoxid, Schwefeldioxid und auch Feinstaub drastisch gesenkt werden.

Der zweite Aspekt für LNG ist die Versorgungssicherheit. Bislang ist das aus Russland stammende Pipeline-Gas die Hauptversorgungsquelle für Millionen deutsche Gas-Heizungen. Mit einem seeseitigen Import-Terminal für LNG würde die Versorgungssicherheit für ein Industrieland wie Deutschland gesichert. Diesen Schritt haben alle anderen westeuropäischen Nationen längst gemacht. Deshalb ist der Terminal in Brunsbüttel so wichtig.

 Allerdings ist auch LNG nicht frei von Problemen. Russland baut gigantische Förderquellen in Sibirien. Das Abschmelzen des Eises im Nordmeer wird bereits als Perspektive gesehen, ist aber mit großen Risiken für die Umwelt verbunden. Hinzu kommen LNG-Lieferungen aus fragwürdigen Staaten Afrikas oder der Einsatz von Fracking. Und: Auch bei der Nutzung von LNG werden große Mengen Kohlenstoffdioxid frei. LNG kann vor diesem Hintergrund nur als Überbrückung gesehen werden.

 Für Schifffahrt und Industrie ist und bleibt die Technologie aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine Zukunft, in der die Welt ihren Energiebedarf hoffentlich irgendwann komplett aus erneuerbaren Quellen stillen kann.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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