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Frank Behling zum Nord-Ostsee-Kanal

Kommentar Frank Behling zum Nord-Ostsee-Kanal

Der Nord-Ostsee-Kanal lebt wieder auf. Die vergangenen drei Monate haben gezeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. 2016 war die Zahl der Schiffe im Kanal erstmals seit 1950 unter die Marke von 30000 gesunken.

Die Gefahr, dass immer mehr Reeder den Weg über Skagen wählen, war real. Der Dauerärger mit defekten Schleusen war ein Unsicherheitsfaktor, der dem Ruf der Wasserstraße dauerhaft zu schaden drohte.

 Doch die Krise ist vorbei. Die Zahlen sind 2017 wieder gestiegen. Das gilt vor allem für die Ladungsmenge. Wenn wieder an die 90 Millionen Tonnen durch den Kanal gefahren wurden, ist das ein respektables Ergebnis und unterstreicht die Wirtschaftskraft im Ostseeraum. Um die Transportleistung der 30200 Schiffspassagen zu erreichen, wären rein rechnerisch mehr als zwei Millionen schwere Sattelschlepper erforderlich.

 In den vergangenen Jahren konnten weder die Weltschifffahrtskrise noch die Sanktionen gegen Russland den Warenverkehr auf der Ostsee nachhaltig treffen. Nach der Trendwende zeigen nun auch die Kurven der Schiffsgrößen und der Güter auf dem Kanal wieder nach oben. Deshalb wäre es an der Zeit, die Anpassung des Nord-Ostsee-Kanals an die heute gängigen Schiffsgrößen voranzutreiben. Die drei Kurven zwischen Kiel und Königsförde stehen dabei ganz oben auf der Wunschliste. Baurecht liegt vor und ist auch rechtssicher. Ein Baubeginn wäre jetzt das richtige Zeichen an die Schifffahrt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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