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Gerhard Müller zu Angelique Kerber

Kommentar Gerhard Müller zu Angelique Kerber

2011 hatte Angelique Kerber schon fast mit Tennis abgeschlossen. Nach einer Serie von Erstrunden-Niederlagen fasste sie vier Wochen keinen Schläger an. „Für mich stand es eigentlich schon fest aufzuhören“, gab die Kielerin später einmal zu.

Doch dann zog sie als Ungesetzte ins Halbfinale der US Open ein, und alles kam anders.

 Sechs Jahre später ist aus der damaligen Fast-Aussteigerin die Top-Aufsteigerin im Damen-Tennis geworden und eine Spitzenverdienerin der Branche. Nach Kerbers exzellentem Jahr 2016 und dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste lief die Vermarktungs-Maschine auf Hochtouren und machte sie zur Millionärin. Sie wurde geehrt und ausgezeichnet. Doch die Wahrheit liegt auf dem Platz. Und dort helfen ihr weder Millionen noch Meriten. Bei den US Open ist Deutschlands Sportlerin des Jahres jetzt als Titelverteidigerin in Runde eins gescheitert, erste Kommentare beinhalteten Vokabeln wie „peinlich“ und „blamabel“. Steiler Aufstieg, krasser Absturz. Das ist im Tennis nicht außergewöhnlich, nur die Fallgeschwindigkeit vom mit enormem Kampfgeist erklommenen Gipfelplatz erstaunt.

 Mit den vielen frühen Saison-Niederlagen erinnert 2017 fast schon an ihr Seuchenjahr 2011. Es wird nun interessant sein zu beobachten, ob sie oder irgendjemand in ihrem Umfeld die Reißleine findet. Und die Zeit läuft. Angelique Kerber wird im Januar 30. Ein Alter, in dem Steffi Graf ihre Karriere beendet hat. Eine wahrlich grandiose und unvergessliche Karriere.

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Gerhard Müller
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Angelique Kerber
Foto: Titelverteidigerin Angelique Kerber ist bei den US Open der Tennisprofis bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

Angelique Kerber hat den nächsten Tiefpunkt erreicht. Mit einem bitteren 3:6, 1:6 gegen die Japanerin Naomi Osaka scheiterte die Titelverteidigerin bei den US Open überraschend in der ersten Runde und zeigte dabei knapp ein Jahr nach ihrem Triumph in New York eine enttäuschende Leistung.

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