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Meinungen Gerhard Müller zur Entlassung von Uli Hoeneß
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21:45 29.02.2016
Von Gerhard Müller

Der Steuerhinterzieher Hoeneß durfte das Gefängnis in Landsberg auf Bewährung verlassen, obwohl für seine am 2. Juni 2014 angetretene Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gilt: Es ist erst Halbzeit. Das ist schön für den Sünder, zugleich aber unschön für das Rechtsempfinden. Ersttäter kommen üblicherweise erst nach zwei Dritteln ihrer Strafe auf Bewährung frei. Dies nährt den Verdacht, dem Wurstfabrikanten sei von der bayrischen Justiz eine Extrawurst gebraten worden.

 Hoeneß, der 1982 einen Flugzeugabsturz überlebte, hat nun erneut zweimal Glück gehabt. Hätte das Landgericht München 2014 einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung erkannt und seine Delikte addiert, wäre ein Strafmaß von neun Jahren möglich gewesen. Nun bewerteten Augsburger Richter, dass der Börsenzocker den Schaden in Höhe von fast 50 Millionen Euro inklusive Zinsen beglichen hat, sich im Knast vorbildlich verhielt und seine Sozialprognose tadellos ist. Das ist rechtlich vertretbar.

 Der Normalbürger dürfte deshalb dazu neigen, den Fall abzuhaken. Der Ex-Präsident des FC Bayern hat ein übles Eigentor geschossen, er hat dafür gebüßt. Gut ist’s.

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Eines vorweg: Die Polizeibeamten, die in Kiel tagtäglich im Einsatz sind, Überstunden ohne Ende anhäufen und im Zweifelsfall ihren Kopf hinhalten, verdienen unseren Respekt und unser Vertrauen. Daran ändert auch der Einsatz im Sophienhof nichts, der – schon wieder – diese eine Frage aufwirft: Was ist los mit unserer Polizei?

Bodo Stade 29.02.2016

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Ulrich Metschies 29.02.2016

Joseph Haydn? „Wie miserabel sind wir gegen sowas!“, titelt das Programmbuch des SHMF mit den imposanten Worten „unserer“ norddeutschen Komponistengröße Johannes Brahms. Haydn, der erfindungsreiche Wiener Klassiker, Ende des 18. Jahrhunderts herausfordernder Lehrmeister für Mozart und Beethoven, bietet ein enorm weites Spektrum, reizt Genießer und Anspruchshörer gleichermaßen.

Dr. Christian Strehk 26.02.2016
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