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Heike Stüben über Grippe-Impfungen

Kommentar Heike Stüben über Grippe-Impfungen

Wer einmal mit Grippe flachlag, der weiß: Das will man nie wieder erleben. Zyniker würden sagen: Das müssen noch viel mehr Menschen durchmachen, damit sie sich endlich impfen lassen.

Unwissenheit, Bequemlichkeit, Impfskepsis oder das Gefühl, dass es ohnehin keinen 100-prozentigen Schutz gibt – die Motive für die Impfmüdigkeit sind vielfältig. Um so wichtiger ist es, alle Register zu ziehen, um die Raten zu erhöhen.

Dazu zählt auch, dass Kassen- und Privatpatienten bei der Basis-Prävention gleichgestellt werden. Man mag den Streit um Drei- und Vierfach-Impfstoffe für eine Petitesse halten, aber das ist er nicht. Aus zwei Gründen. Erstens: Dass Kassenpatienten nur den zweitbesten Schutz bekommen, hat eine fatale Signalwirkung. Motto: Wenn wir sowieso nur weniger als die Privatpatienten bekommen, können wir gleich ganz darauf verzichten. Zweitens: Es ist volkswirtschaftlich unsinnig. Dreifach-Impfstoffe sind zwar preiswerter, aber wenn sich mit Vierfach-Impfstoffen mehr Menschen impfen ließen oder zumindest die Impfraten nicht weiter absänken, könnte deutlich mehr Geld gespart werden. Denn wer an Grippe erkrankt, fällt lange aus, muss zum Teil stationär behandelt werden und kann Folgeschäden am Herzen davontragen.

Stimmen die Zahlen der sächsischen Impfkommission, denen zufolge der Vierfach-Impfstoff bislang 350000 Grippefälle verhindert und 200 Leben gerettet hätte, sollte die Vierfachimpfung schnellstens Kassenleistung werden.

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