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Jan Schmidt von Phiseldeck zur Biogas-Branche

Kommentar Jan Schmidt von Phiseldeck zur Biogas-Branche

Subventionen gehören ohne Zweifel zum erfolgreichen Umbau der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, um sie gegenüber fossilen Kraftwerken wettbewerbsfähig zu machen. Wenn aber zum Beispiel Windkraftanlagen immer effizienter Strom produzieren und wesentlich preiswerter hergestellt werden können, muss daran auch die Förderdauer und -höhe ausgerichtet sein.

Was ein zu spätes Umsteuern in der Förderpolitik bewirken kann, lässt sich im Norden eindrucksvoll beobachten. Bis 2011 schossen Biogasanlagen wie Pilze aus dem Boden, man wähnte sich bei Überlandfahrten im Spätsommer in einem gigantischen, nie endenden Maislabyrinth – mit bösen Folgen für Böden, Wasser und Artenreichtum.

 Das jähe Ende der Goldgräberstimmung in der Biogasbranche setzte erst mit dem Umbau der Einspeisevergütung nach dem EEG ein. Die stärkere Förderung der Reststoff- und Bioabfallverwertung ist dabei ein erster Schritt: Biogasanlagen können im Mix der Erneuerbaren aber nur dann eine Rolle spielen, wenn sie ihre Rolle als Energielieferant an die Nachfrage koppeln können, also hauptsächlich dann liefern, wenn Wind und Sonne nicht zur Verfügung stehen.

 Gebraucht werden jetzt neue Nutzungskonzepte, mutige Investitionen und gezielte Subventionen. Zumindest solange, bis auch diese Technologie sich wirtschaftlich trägt. Dann sollte die EEG-Umlage eingestampft werden, die den Strompreis nach oben getrieben hat.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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