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Jan v. Schmidt-Phiseldeck zur Bahn

Kommentar Jan v. Schmidt-Phiseldeck zur Bahn

Um Superlative ist man bei der Bahn nie verlegen: Fahrgäste werden zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember „von der größten Angebotsverbesserung in der DB-Geschichte“ profitieren, heißt es in einer Mitteilung. Und ja, die Ticket-Preise steigen ebenfalls.

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KN-Wirtschaftsredakteur Jan von Schmidt-Phiseldeck.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Im Schnitt um 0,9 Prozent – eine durchaus moderate Erhöhung. Die Bahn muss ihre Preise im Wettbewerb mit Fernbus & Co knallhart kalkulieren.

Das Problem: Wer mit der Bahn wirklich preiswert reisen möchte, muss die Tiefen des Online-Buchungssystems ausreizen und äußerst flexibel sein. Beispiel Feiertagstarife: An 60 Tagen im Jahr gibt es Preisabweichungen um 4,9 Prozent nach oben und unten. Auch wer kurzfristig buchen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Mit ihrem Preissystem hat die Bahn eine Chance vertan, sich im Kampf um Kunden von der Fernbus-Konkurrenz abzusetzen: Denn die nervt ihre Fahrgäste seit dem Start 2013 auf dem deutschen Markt ebenfalls mit Lockangeboten und undurchschaubaren Buchungsalgorithmen.

Umso wichtiger muss es sein, die Verspätungsquote der Züge deutlich zu senken, um unzufriedene Kunden zurückzuholen. Denn das Unternehmen Bahn nimmt trotz aller Preisdebatten eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Fortbewegungsmittels ein. In der Diskussion um den Verkehr von morgen ist die Schiene das Rückgrat einer modernen, mobilen Gesellschaft. Deshalb sollten Angebotsverbesserungen eine Selbstverständlichkeit sein – und kein Grund, in euphorischen Jubel auszubrechen.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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