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Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Versicherungen

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Versicherungen

Berufsanfänger schieben das leidige Thema Versicherung und Altersvorsorge gerne auf die lange Bank. Und wer im Berufsleben steht, deckt sich oftmals mit Policen ein, die eher der Gewinnmaximierung des Anbieters dienen dürften als den wirklichen Bedürfnissen des Kunden.

Grund dafür ist, vereinfacht gesagt, unser eigenes Risikoempfinden. Die Absicherung der (gefühlten?) Risiken hat ihren Preis, Geld macht diese ein Stück weit beherrschbar. Aber: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein derart abgesicherter Schaden an Leib und Besitz eintritt? Und wäre es manchmal nicht einfach sinnvoller, selber Geld für den Fall der Fälle auf einem Konto zu parken? Stattdessen suggerieren Werbespots und Kampagnen der Versicherer, dass der „Rundum-sorglos-Schutz“ der einzige Ausweg aus der Angstfalle ist.

 Keine Frage: Es gibt Versicherungen, die sind entweder vom Gesetzgeber vorgeschrieben oder decken existenzbedrohende Risiken – hier sollte zumindest der Vergleich zwischen Anbietern zu einem akzeptablen Ergebnis führen. Anders sieht es zum Beispiel bei Kapitallebensversicherungen aus (unklare Kostenstrukturen, niedrige Verzinsung). Handys, Brillen oder Glasbruch zu versichern, macht – von Ausnahmen abgesehen – überhaupt keinen Sinn. Vielleicht sollten wir das Risiko wagen, unsere Vollkasko-Mentalität mal zu überprüfen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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