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Jürgen Küppers zu Bewegungschecks

Kommentar Jürgen Küppers zu Bewegungschecks

Ja, schon klar: Sport ist (oft) gesund, macht (meistens) Spaß, fördert (in aller Regel) soziale Kompetenz. Nun registrieren Pädagogen immer mehr verhaltensauffällige, dicke, unbewegliche Schulkinder, die damit auch ein deutlich höheres Risiko chronischer Erkrankungen in sich tragen.

Jetzt sollen verbindliche „Bewegungschecks“ an Grundschulen zutage fördern, wer besonders fit ist und wer nicht. Wer sich für für eine Sportlerkarriere eignet. Oder wer „Sportnachhilfe“ durch Förderstunden braucht. Aber: Durch Tests erzielte Erkenntnisse allein bewegen noch gar nichts. Viel wichtiger ist die Antwort auf die Frage: Welche Konsequenzen zieht man daraus? Und hierzu gibt es noch keine erkennbare Linie.

 Der Gesundheitswissenschaftler Prof. Rolf Rosenbrock verweist zu Recht auf die problematischen Folgen „differenzierter“ Sportförderung in der Schule: Die Besten in die Vereine, die Schlechten in die „Sportnachhilfe“ meist am Ende des Schulvormittags. Das kann und darf nicht sein. Grundschulen sollten keine Talentschmieden sein, sondern Schülern Entfaltungsmöglichkeiten bieten: sportlich, musisch, intellektuell. Gute Schulen sind nicht die, die Schüler am besten testen und separieren. Sondern solche, die Schüler in Gemeinschaft so fördern und fordern können, wie es ihrer Leistungsfähigkeit entspricht. Insofern hätten Bewegungs-checks nur einen echten Sinn: den Pädagogenblick auf Schüler weiter zu schärfen.

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Verbände fordern
Foto: Grundschüler so wie hier die Zweitklässler an der Kieler Schule am Heidenberger Teich sollen künftig sportlich gezielter gefördert werden. Deshalb fordern Verbände regelmäßige "Bewegungschecks" an allen Grundschulen des Landes.

Der Landesverband der Sportlehrer fordert die flächendeckende Einführung regelmäßiger Sporttests an allen Grundschulen Schleswig-Holsteins. Ziel: Identifizierung von Talenten sowie frühzeitige Erkennung und Ausgleich motorischer Defizite.

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