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Jürgen Küppers zu Demokratie in Kitas

Kommentar Jürgen Küppers zu Demokratie in Kitas

Jetzt sollen also die Kleinsten in ihren Kitas auch schon was zu sagen haben: bestimmen, was es mittags zu essen gibt oder was nicht. Welche Regeln doof und welche Spiele prima sind. Ja, das sollen sie. Und werden dabei schnell merken, dass Demokratie alles andere ist als ein Wunschkonzert.

Wie in Parlamenten, Gemeindevertretungen oder bei Parteitagen gilt auch in Kitas: Wer etwas einführen oder abschaffen will, braucht Argumente, Mehrheiten, muss Kompromisse eingehen und Bedürfnisse anderer achten. Das ist kein Kinderspiel, kann man aber spielerisch mit Kindern üben. Genau das geschieht gerade in immer mehr Kitas im Norden.

 Doch es wird noch dauern, bis das im Bundeskinderschutzgesetz verbriefte Beteiligungsrecht durch individuell angepasste Konzepte in allen Einrichtungen umgesetzt ist. Denn sie unterscheiden sich stark. Große Kitas brauchen andere Formen der Mitsprache als kleine, die in „sozialen Brennpunkten“ andere als solche in „gutbürgerlichen“ Quartieren. Trotzdem werden Kinder früher als bisher lernen, dass es sich lohnt, über Bedürfnisse zu sprechen. Dass man damit meist nicht allein ist. Dass man etwas ändern kann. Dass man dafür aber auch Geduld braucht. Je früher Kinder solche Erfahrungen machen, desto eher können sie als Erwachsene Mitsprache als unverzichtbaren Wert erkennen – und sich für dessen Erhalt einsetzen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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