4 ° / -4 ° Schneeschauer

Navigation:
Jürgen Küppers zu vollen Schulen

Kommentar Jürgen Küppers zu vollen Schulen

Wenn in Kiel „plötzlich“ 45 Klassenräume an allgemeinbildenden Schulen fehlen, wirft das die Frage auf: Warum hat die Stadt als Schulträger die Raumnöte nicht kommen sehen und rechtzeitig Vorsorge getroffen? Weil es die Zahlen bislang nicht hergaben, argumentiert die Stadt.

Die Flüchtlingssituation sei in diesem Ausmaß nicht absehbar gewesen. Die demographische Entwicklung der Schülerzahlen habe in den vorigen Jahren nur geringe Veränderungen gezeigt. Andererseits sei den Schulen mehr Raum verlorengegangen: durch ihre Umwandlung in Gemeinschaftsschulen, durch mehr Ganztagsangebote, durch Verlagerung der Schulkindbetreuung von Horten in Betreute Grundschulen.

 Das mag so sein. Fakt ist aber: Die schon jetzt real existierende Enge an vielen Schulen mit Wanderklassen und Arbeitsplätzen auf den Fluren dürfte nur ein Vorgeschmack sein, wenn nicht schnell etwas geschieht. Denn durch die Rolle rückwärts von G8 auf G9 steigt der Raumdruck ebenso weiter wie durch starke Grundschuljahrgänge, die in ein paar Jahren auf weiterführende Schulen wechseln. Kiels Bildungsdezernentin hofft auf Hilfe vom Land. Dabei darf es nicht nur um mehr Geld für Schulbauten gehen. Auf den Prüfstand gehört auch die vom Land garantierte freie Schulwahl. Schon vor zwei Jahren hatte ein Gutachten der Stadt eine „stärkere Schülerlenkung“ dringend empfohlen. Andernfalls drohe ein „erheblicher Schulbaudruck“. Weil aber keine Taten folgten, ist dieser Druck jetzt da.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus KN-Kommentare 2/3