5 ° / -2 ° Regenschauer

Navigation:
Konrad Bockemühl zur Elbphilharmonie

Kommentar Konrad Bockemühl zur Elbphilharmonie

Große Einstimmigkeit bei so viel Klangvielfalt: Zum ersten Geburtstag der Elbphilharmonie gibt es nur Anlass zur Freude. Dabei war der Rechtfertigungsdruck für 789 Millionen öffentliche Euro immens, als zehn von Pleiten, Pech und Pannen geprägte Entstehungsjahre endlich überwunden waren.

Man musste schon ausgeprägte elbphilharmonische Visionen haben, um das durchzustehen. Und zuletzt offene Augen. Heute ist die Erkenntnis: Mehr Erfolg geht nicht. Dabei sind es gar nicht in erster Linie die Zahlen, es geht vor allem um Qualität, um internationale Ausstrahlung und regionale Akzeptanz. Und ein neues, weithin akzeptiertes Wahrzeichen. Das ist Gold wert. Die Hamburger haben sich mit ihrer Elbphilharmonie versöhnt. Sie haben erkannt, dass sie ihnen Unbezahlbares zurückgibt.

Jetzt spielt es auch keine Rolle mehr, welchen vorderen Rang unter den Konzertsälen der Welt der Star der Hafencity nun einnimmt. Die Optik ist betörend, die perfekte Akustik kann es nicht geben. Das zu erfahren, Schwächen und Stärken in Klang und Architektur, meisterliche Musik, aber auch schnöde Funktionalitäten zu erkunden, stand jedermann offen – zumal bis dato oft weniger Geld als Glück den Zugang zum großen Saal ebnete. Dranbleiben heißt die Devise: Es lohnt sich, die Elbphilharmonie nicht nur von der Plaza aus zu erleben. Intendant Christoph Lieben-Seutter & Co ruhen sich erkennbar nicht auf dem Erfolg aus, sondern planen amibitioniert weiter an der großen Vielfalt, um das Haus dauerhaft für alle offen und attraktiv zu halten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Mehr aus Meinungen 2/3