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Kristian Blasel zum Handyparken

Meinung Kristian Blasel zum Handyparken

So langsam füllt sich der etwas schwammige Begriff „digitale Stadt“ mit Leben. Anfang der Woche wurden an zentralen Straßen die ersten elektronischen Info-Wände eingeweiht, und nun kann das Parkticket auch mit dem Smartphone bezahlt werden.

Gewiss, das sind nur kleine, fast symbolische Schritte. Aber wer in die zahlreichen Start-ups oder auch das UKSH guckt, merkt, wie hoch das Modernisierungstempo ist, das derzeit die regionale Wirtschaft erfasst.

Dennoch sind Kiel und Deutschland generell weit davon entfernt, Spitzenreiter dieser Entwicklung zu sein. Man muss an der Förde nur einmal versuchen, einen Personalausweis ausstellen zu lassen, um zu ahnen, wie groß der Nachholbedarf ist. Gerade kleinere Staaten wie Estland oder die Nachbarn in Skandinavien sind in vielen Bereichen dagegen schon dort, wo wir noch hinwollen.

Immerhin: Der Norden hat das Defizit erkannt. Die „Digitale Woche Kiel“, die nach den Sommerferien ihre Premiere erleben wird, ist ein weiterer Baustein, der in diesen Nachholprozess Dynamik bringen soll. Wirklich nachhaltig wird diese Entwicklung aber nur sein, wenn es kein Projekt von Spezialisten bleibt, sondern in die Gesamtgesellschaft ausstrahlt und auch die Menschen mitnimmt, die nicht mit sozialen Netzwerken groß geworden sind und Smartphones allenfalls als Hilfsmittel nutzen. Aufhalten kann die digitale Entwicklung niemand. Es geht um sinnvolle Steuerung, damit sie zu einem Gewinn für alle wird. Nicht nur beim Parken.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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