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Meinungen Marina Kormbaki zum Protest gegen TTIP
Mehr Meinungen Marina Kormbaki zum Protest gegen TTIP
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08:53 12.10.2015
Von Marina Kormbaki

Natürlich stärkt so großer Zuspruch das Selbstbewusstsein; nach diesem Wochenende wird der Protest gewiss wachsen und weitergehen – man könnte meinen, da entstehe jetzt eine neue soziale Bewegung.

Erstaunlich ist allerdings auch, dass ausgerechnet ein noch lange nicht ausgehandelter Handelsvertrag die Triebfeder dieser Bewegung sein soll – ein Wirtschaftsabkommen, das Details zu Zöllen, Grenzwerten und Modalitäten bei öffentlichen Auftragsvergaben enthalten soll. Es wundert daher nicht, wenn Politiker und Beobachter den Ärger über TTIP „irrational“ nennen, dessen globalpolitische Vorteile beziffern und die Gegner des Abkommens mahnen, ja nicht ängstlich zu sein. Sie verkennen dabei jedoch, dass TTIP seinen Gegnern nur eine Chiffre ist, dass das Kürzel eine durchökonomisierte, einer kühlen Effizienzlogik gehorchende Welt symbolisiert. So bringt der Protest gegen TTIP das zunehmende Unbehagen an einer globalen Gesellschaftsordnung zum Ausdruck, in der Staaten auf ihre Eigenschaft als Wirtschaftsstandorte reduziert werden und Bürger vor allem als Konsumenten gelten. Politiker, die den Sorgen der TTIP-Gegner mit Wachstumsprognosen begegnen, sind weit, weit weg von ihren Wählern.

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