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Meinungen Martina Drexler zum "Hempels"-Geburtstag
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07:00 09.02.2016
Von Martina Drexler

Für die Verkäufer und Verkäuferinnen ist das monatliche Straßenmagazin längst mehr als eine Zeitung, die ihnen eine Stimme gibt, für ein Zubrot sorgt, Hilfe und Treffpunkte anbietet: Die „Hempels“-Verantwortlichen sprechen von ihrer Familie.

Da aber immer mehr Familienmitglieder bei der Suche nach günstigen Wohnungen scheitern, sehen „Hempels“ und die Diakonie keinen anderen Ausweg mehr, als selbst Unterkünfte zu kaufen. Man kann ihnen nur Glück bei dem Vorhaben wünschen, denn sie müssen viele Stifter finden, bürokratische Hürden sowie zu erwartende Proteste aus der Nachbarschaft bewältigen.

Die Initiative, die einhergeht mit der wichtigen Betreuung der Mieter, kann aber nur ein kleiner Baustein bleiben, um die Wohnungsnot für die Ärmsten unserer Gesellschaft zu lindern. Hier sind Kommunen, Wohnungswirtschaft und Politik gleichermaßen gefordert. Denn es gibt wohl kein stärkeres Indiz dafür, wie weit in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich bereits auseinanderklafft, als wenn immer mehr Menschen auf der Straße leben müssen. Ohne Bleibe auch keine Arbeit. Die Abwärtsspirale ist dann kaum noch zu stoppen.

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