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Martina Drexler zum autonomen Nahverkehr

Kommentar Martina Drexler zum autonomen Nahverkehr

Es ist eine Fahrt in die Zukunft, die der Bund mit zwei Millionen Euro erstmals in Schleswig-Holstein unterstützt. Seit mehr als einem Jahr dreht Kleinbus „Olli“ in Berlin seine Runden auf einem Privatgelände, plant Hamburg den Einsatz von 100 fahrerlosen Bussen.

Doch Schleswig-Holstein lässt sich auf ein technologisch noch größeres Abenteuer ein: Man will den autonomen Nahverkehr in ländlichen Regionen entwickeln und startet spätestens 2018 den Testbetrieb.

 Das Land tut gut daran, eine Pionierrolle auf dem Weg zu einem fortschrittlichen Öffentlichen Nahverkehr mit Elektroantrieb zu übernehmen. Dass es einen wachsenden Bedarf an Landbussen gibt, liegt nicht nur wegen des demografischen Wandels auf der Hand. Immer häufiger werden Dörfer wegen Unrentabilität abgehängt – mit der Folge, dass sich viele zu viele Autos auf den kleinen Straßen drängen. Weniger Unfälle, weniger Staus versprechen die Automobilhersteller. Doch zu Recht bestehen noch große Bedenken gegen einen autonomen teuren Individualverkehr, bei dem der Insasse sich bei Tempo 150 über die Autobahn von der Maschine steuern lässt.

 Fahrerlose Busse könnten früher, kostengünstiger, effizienter und sicherer im Einsatz sein, wie erste erfolgreiche Tests zeigen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Kieler Universität begleitet den Testbetrieb mit wissenschaftlicher Expertise. Die ist angesichts so vieler offener Fragen auch dringend nötig. Die Elektrobusse fahren schließlich in rechtlichem und ethischem Neuland.

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