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Niklas Wieczorek zu G-20

Kommentar Niklas Wieczorek zu G-20

Kritik an der Einsatzführung bei der eskalierten „Welcome to Hell“-Demo am Donnerstag? Ein (zu) spätes Eingreifen gegen Straßenschlachten auf der Schanze Freitagnacht? Diese Stimmen sind in der Minderheit – zumal sie sich vor allem gegen die Einsatzleitung richten.

Die volle Dankbarkeit bekommen dagegen derzeit über 20000 Einheiten ab, die auf der Straße aktiv waren. Sonderkonzerte in der Elbphilharmonie, Spenden und Gratis-Aktionen für Polizisten in Hamburg? Wird alles derzeit vorbereitet. Die „Bild“-Zeitung meint sogar, nach Straftätern fahnden zu müssen. Eine solche Solidaritätswelle kennt die Polizei kaum.

 Fragen Sie Polizisten, werden diese sicherlich bestätigen, dass dieser Zuspruch erfreut und bewegt. Doch die meisten Beamten werden Ihnen schlicht sagen, dass sie ihre Pflicht getan haben – und sich dafür in der Zukunft die besten Grundlagen wünschen. Dazu passt die Forderung der Polizei-Gewerkschaften in Schleswig-Holstein, die jetzt eine Überarbeitung der Schutzausstattungen in den Hundertschaften erwarten.

 Wenn wir weiter solche politischen Großveranstaltungen wollen, dann sollte die politische und polizeiliche Führung eine zeitgemäße Ausstattung aller eingesetzten Beamten garantieren. Schließlich ermöglichen sie damit, dass Politik nah an den Bürgern und zugänglich für friedliche Meinungskundgebungen bleibt. Dass auch Polizisten aus Schleswig-Holstein diese Sicherheit in Hamburg so tatkräftig „verteidigen“ mussten, sollte nicht die Regel, aber möglich sein.

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Soko G20
Foto: Nach den G20-Krawallen hat die Hamburger Polizei jetzt wie angekündigt eine Sonderkommission für die Ermittlungen eingesetzt.

Rund 170 Beamte sollen in einer Sonderkommission die schweren Gewalttaten beim G20-Gipfel in Hamburg aufklären. „Jetzt geht es darum, weitere Täter der Gewaltexzesse zu identifizieren, damit sie ihrer gerechten Strafe zugeführt werden können“, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer am Freitag.

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