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Niklas Wieczorek zum Bahnhof

Kommentar Niklas Wieczorek zum Bahnhof

Der Kieler Hauptbahnhof mit seinem Vorplatz ist kein Ort des Grauens. Die Zahlen sprechen nicht für ein Ansteigen der Kriminalität. Und laute Sprüche, Musik oder eine offene Bierdose strahlen nicht die gleiche Bedrohung aus wie offene Spritzen, die anderswo in der Stadt sichtbar sind.

Doch Fäkalien und Urin sowie das Verhalten mancher Menschen rund um Vordach und Taxi-Stand haben Supermarkt und Bank auf beiden Seiten des Ausgangs sicher nicht ohne Grund zur Entscheidung getrieben, dort Wachpersonal aufzustellen. Der Bereich kann abschrecken.

 Dort greifen Oberbürgermeister und die Bahnhofs-AG ein und überlegen, was sie tun können, um das Sicherheitsgefühl für Kieler und Besucher zu verbessern. Die Aufgabe ist jedoch keine leichte – Fahrrad-Abstellbügel und öffentliche Toiletten strahlen kaum soziale Botschaften aus, die Einrichtung einer Sicherheitswache aber schon. Wer Menschen nicht kriminalisieren will, ihnen aber mehr Polizei und Ordnungspersonal vor die Nase setzt, muss schon sehr gut argumentieren, um nicht in genau diesen Verdacht zu geraten.

 In Kiel wird derzeit an vielen Ecken daran gearbeitet, die Stadt mehr herauszuputzen. Dabei sollte aber immer daran gedacht werden, dass auch die Menschen zu Kiel gehören, die vormittags lieber Dosenbier als Espresso trinken. Nur wenn ihnen die Stadt ebenfalls gute Angebote macht, wird Kiel ein soziales Image bewahren können, auf das Ulf Kämpfer genau so viel Wert legt.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kämpfer-Vorstoß
Foto: Ein Platz zum Ankommen oder zum Davonlaufen? Oberbürgermeister und eine AG wollen vor dem Bahnhof etwas ändern.

Der Vorstoß von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD), gemeinsam mit Bahn und Sicherheitsbehörden rund um den Hauptbahnhof aufzuräumen, ist bei den meisten Fraktionen der Ratsversammlung auf Zustimmung gestoßen. Dabei gab es Lob vor allem dafür, das Thema Sauberkeit anzugehen.

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