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Niklas Wieczorek zum Eier-Skandal

Kommentar Niklas Wieczorek zum Eier-Skandal

Nun also doch: Die belasteten Eier aus den Niederlanden sind bis in den Norden gelangt – und können einem gehörig den Appetit verderben. Der Skandal um die Fipronil-Verseuchung eignet sich dennoch schlecht, um damit Politik zu machen.

Zunächst kann den Ministerien kaum vorgeworfen werden, nicht direkt gewarnt zu haben. Eine zu frühe Panikmache wäre anhand des für den Menschen wohl erst in hoher Dosierung gefährlichen Insektizids nicht angebracht gewesen. Sobald es Erkenntnisse über eine möglicherweise belastete Lieferung nach Schleswig-Holstein gab, zog das Verbraucherschutzministerium seine vorläufig gegebene Entwarnung zurück.

 Auch grüne Argumente greifen kaum. Besonders Eier aus tierfreundlicher Produktion sind betroffen. Vornehmlich gelten die Warnungen für Eier aus Freilandhaltung (Code „1“). Auch Öko- und Bodenhaltung („0“ und „2“) sind betroffen. Käfigeier nach bisherigen Erkenntnissen dagegen nicht.

 Der Skandal zeigt vielmehr, wie stark der europäische Markt vernetzt ist: Wohin die Lieferungen aus den Niederlanden gelangt sind, kam erst schrittweise heraus. Ein mit krimineller Energie verseuchtes Produkt aus einem EU-Staat kann den Verbrauchern in einem anderen schnell den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Genau so schnell müssten Kontroll- und Warninstanzen der Staaten schon jetzt zusammenarbeiten. Sonst stößt uns der Markt noch häufiger übel auf.

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Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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