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Niklas Wieczorek zur Bergstraße

Kommentar Niklas Wieczorek zur Bergstraße

Die Rendsburger Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal, der Skilift am Bungsberg – und das Waffenverbot in der Kieler Bergstraße: allesamt einmalig in Schleswig-Holstein. Die vom Rat der Stadt Kiel erlassene Verordnung sorgte 2013 für Aufsehen. War die Partymeile so ein düsterer Ort voller Kriminalität und Gefahr?

Nein, so war es schon damals nicht. Etliche Partygänger strömen jede Nacht in die Bergstraße und kommen in den allermeisten Fällen vielleicht angeheitert, aber unversehrt nach Hause. Und doch hat das Waffenverbot zur Sicherheit ebenso beigetragen wie das konsequente Eingreifen der Polizei im Falle eines Falles, der starke Einsatz der etablierten Betreiber oder städtische Initiativen gegen Schmutz und Scherben. Heute geht es in der Bergstraße ruhiger zu, Zahlen belegen das. Auch wenn mancher munkelt: Das liege auch an abnehmenden Besucherzahlen.

 Braucht es da noch Verbote? Bevormundungen des Bürgers sollten nur mit Vorsicht ausgesprochen werden. Ein Beispiel: Das Waffenverbot auf der Kieler Bergstraße wurde nach Vorbild der Reeperbahn in Hamburg eingeführt. Das ebenfalls dort erlassene Glasflaschenverbot hat man für Kiel aber nicht abgekupfert. Doch ein Waffenverbot in diesem Umfeld ist sinnvoll: Wer feiert, vielleicht trinkt, ist im emotionalen Ausnahmezustand – eine Person, die sich nicht im Griff hat, kann aber mit einer Waffe tragischen Schaden anrichten. Und wer braucht denn bitte beim Feiern, wenn er raus und unter Leute geht, eine Waffe?

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Zukunft des Waffenverbots
Foto: Ein Symbolbild aus dem April 2017: Polizei und Einsatzkräfte haben die Bergstraße weiterhin im Blick, sind aber deutlich seltener vor Ort als früher.

Die Bergstraße in Kiel war 2013 noch Sorgenkind der Kieler Nachtkultur – bis Polizei, Stadt und Betreiber gemeinsam die Wende schafften. Heute ist die Lage deutlich ruhiger, betonen alle. Am 18. Januar ist das damals erlassene Waffenverbot in der Ratsversammlung Thema.

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