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Robert Michalla zu Cannabis

Kommentar Robert Michalla zu Cannabis

In Amsterdam klingelt das Telefon, ein deutscher Beamter spricht mit einem Kollegen in den Niederlanden, es geht um die nächste Drogenlieferung.

So oder so ähnlich spielt es sich ab, wenn Deutschland versucht, Apotheken mit der nötigen Menge Cannabis zu versorgen. Seit dem 10. März können Patienten die Hanfblüten auf Rezept erhalten. Doch die Behörden waren offensichtlich von dem Ansturm überrascht. Ein Skandal? Mitnichten. Es ist die Realität der neuen deutschen Cannabis-Politik in der Medizin.

Noch vor der Gesetzesänderung hatten Experten gewarnt: Der Marihuana-Wirkstoff sei noch zu unerforscht, die Finanzierung der Cannabis-Therapie unausgereift. Gut vier Monate später zeichnet sich ab, dass Mediziner gern zu Stift und Rezeptblock greifen, um ihren Patienten einen Rausch auf Rezept zu verschreiben. Das ist ein gutes Zeichen. Die Hanfpflanze besitzt eine jahrtausendealte Tradition, Cannabis wurde schon früh gegen Krankheiten und Fieber eingesetzt, viele Mediziner heben seine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung hervor. Die Nebenwirkungen erscheinen im Vergleich zu herkömmlicher Medizin bei manchen Patienten geringer auszufallen.

Der politische Schwenk hin zur CannabisAbgabe auf Rezept ist richtig und es ist wichtig, dass Forscher den Versuch mit einer Studie begleiten. Dagegen fällt es kaum ins Gewicht, wenn es zu Beginn mit der staatlichen Cannabis-Lieferung etwas länger dauert.

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