Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Ruth Bender zum Literaturnobelpreis
Mehr Meinungen Ruth Bender zum Literaturnobelpreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 05.10.2017
Von Ruth Bender

Häufig stehen die Altgedienten der Literaturwelt auf dem Plan, denen für ein umfassendes Lebenswerk gehuldigt wird. Oder sie lenkt den Blick auf Außenseiter vom – aus westlicher Sicht – Rand der Welt wie Derek Walcott oder Chinua Achebe, die schlagartig den eurozentrischen Blick erweitern. Hin und wieder ist auch ein knödelnder Poet dabei ...

 Kazuo Ishiguro passt in keine dieser Kategorien. Und in der Reihe derer, die von Philip Roth über Margaret Atwood bis Haruki Murakami immer neu diskutiert werden, kam der Engländer mit japanischen Wurzeln nie vor. Eine gute Wahl ist er trotz oder gerade deswegen. Ishiguro hat ein Gefühl für Irritation und Isolierung, er schafft es, den Zustand der Gesellschaft feinsinnig in die Geschichten seiner Protagonisten hinein zu weben („Was vom Tage übrig blieb“). Er nutzt populäre Genres, entwirft verstörende Dystopien, in denen Menschen als Ersatzteillager für eine privilegierte Kaste gezüchtet werden („Alles was wir geben mussten“) oder verpackt Überlegungen zum Nationalismus im Fantasy-Roman („Der begrabene Riese“). Und stets beweist er sich als eleganter Stilist.

 Er lege den Abgrund unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt bloß, so die Jury in ihrer Begründung. Das passt ganz gut in eine Zeit, in der eine zusehends verunsicherte Welt mit ihren Werten hadert.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine solche Wucht hatte wohl niemand von „Xavier“ erwartet. Ähnlich überraschend wie die volle Breitseite, mit der das Sturmtief Norddeutschland traf, erwischte der Voll-Stopp der Deutschen Bahn die Fahrgäste.

Niklas Wieczorek 05.10.2017

Bis 2025, so steht es im Jamaika-Koalitionsvertrag, sollen in Schleswig-Holstein Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von zehn Gigawatt Öko-Strom an Land erzeugen. Das entspricht etwa sieben Atomkraftwerken.

Ulrich Metschies 05.10.2017

Der Numerus Clausus ist ein Kind der 1960er. Damals, als immer mehr junge Menschen studieren wollten, waren vor allem die Medizinstudienplätze rar. Der Numerus Clausus schränkte den Zugang ein. Doch schon in den 1970ern beschied das Bundesverfassungsgericht, dass derlei Auswahlregelungen jedem mit Abitur eine Chance lassen müssten.

Heike Stüben 04.10.2017
Anzeige