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Meinungen Ulf B. Christen zum Abitur im Norden
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07:00 30.08.2018
Von Ulf B. Christen
Ulf B. Christen ist Landeshaus-Korrespondent der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Gymnasien haben ihre Anforderungen in den vergangenen Jahrzehnten zwar mit Blick auf die zunehmend heterogene Schülerschaft leicht gesenkt. Und die Gemeinschaftsschulen und beruflichen Gymnasien gelten auch nicht gerade als Hochleistungszentren. Aber im Vergleich mit Hamburg sind die Hürden für ein Abi in Schleswig-Holstein immer noch deutlich höher.

Genau das wollte die Politik in Hamburg bisher nicht wahrhaben. Um so erfreulicher ist die Kritik der hanseatischen Gymnasialleiter. Ihre Selbsterkenntnis sollte der Auftakt für eine ehrliche Debatte über das zutiefst unehrliche Abi-System in Deutschland sein. Jedes der 16 Bundesländer hat bei der Vergabe der Allgemeinen Hochschulreife einen derart großen Spielraum, dass die Abschlussnoten kaum vergleichbar sind. Genau diese Noten entscheiden aber oft über die Zukunft der Abiturienten, weil sie sich mit ihrem Zeugnis bundesweit bei Hochschulen oder Unternehmen bewerben.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) kennt dieses Problem seit Jahren. Gleichwohl haben sich bisher nur gut eine Handvoll Länder, darunter Schleswig-Holstein, auf den Weg zu einem Bundes-Abi gemacht. Die Schnecke KMK muss sich sputen. Andernfalls schaufelt sie ihr Grab. Die Stimmen gegen das Länder-Klein-Klein und für eine Bundes-Schulpolitik werden lauter.

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