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Ulf B. Christen zum Hafenschlick

Kommentar Ulf B. Christen zum Hafenschlick

Der Schlick-Deal mit Hamburg zahlt sich für Schleswig-Holstein gleich doppelt aus. Die Abnahme des Baggerguts sichert erstens die Zukunft des Hamburger Hafens und damit eines der wichtigsten Arbeitgeber in Norddeutschland.

Und die Verklappung des Schlicks spült zweitens so viele Millionen Euro in die Kasse, dass im Nationalpark Wattenmeer nicht mehr gekleckert werden muss, sondern geklotzt werden kann.

 Das Lob für den Deal gebührt Umweltminister Robert Habeck. Er hatte das Schmuddel-Geschäft einst in harten Verhandlungen mit Hamburg durchgesetzt. Seitdem ist klar, dass die reichen Hanseaten ihren armen Nachbarn den Dreck nicht einfach vor die Küste kippen dürfen. Damit nicht genug: Die vereinbarten strengen Öko-Auflagen haben zumindest bislang dafür gesorgt, dass das Baggergut wirklich in die tiefe Senke bei der Tonne E3 sackt und nicht in die Schutzgebiete des Nationalparks driftet.

 Bei aller Freude über das Schlick-Geschäft muss allerdings klar sein, dass der Deal keine Dauerlösung ist. Hamburg muss endlich seine Hausaufgaben machen und eine landseitige Endlagerung des teils belasteten Schlicks organisieren. Das gilt insbesondere, weil die anstehende Elbvertiefung die Versandung des Hafens befördern könnte. Habeck sollte also nachlegen und mittelfristig den Verklappungspreis erhöhen. Das wäre zwar nicht die feine Art, aber genau die Sprache, die in Hamburg verstanden wird.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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